Sep 25 2009

Kommentar aus dem Mannheimer Morgen

Abgelegt 09:31 unter Aktuelles

Negative Signalwirkung

Thorsten Langscheid über den Streit um die Teufelsbrücke

Im Jungbusch dürften angesichts des Votums der Denkmalschutzbehörde gegen den Abriss der Teufelsbrücke die Sektkorken knallen. Die Bewohner des Stadtteils kämpfen sympathisch und kreativ für den Erhalt ihrer Brücke, die zweifelsohne ein Stück Identität des alten Jungbusch darstellt. Doch gerade der Jungbusch ist das Mannheimer Paradebeispiel dafür, dass Dinge sich verändern müssen, dass neue, positive Entwicklungen nur möglich sind, wenn Altes dann, wenn es notwendig ist, auch einmal über Bord geworfen wird.

Und weil die Stadt tatsächlich nicht selbst, sondern in diesem rechtlich etwas komplizierteren Akt der Landesauftragsverwaltung sowieso nur einvernehmlich mit dem Stuttgarter Finanzminister über Abriss oder Erhalt der Brücke entscheiden kann, wäre ein klares Pro oder Contra Teufelsbrücke von Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz zur rechten Zeit notwendig gewesen.

Der vorläufige Bescheid aus dem Baudezernat hat - ausgerechnet auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise - eine negative, fast schon verheerende Signalwirkung auf die Unternehmen der Stadt. Schließlich stehen hinter den Abrissplänen für die Brücke weitreichende, für die künftige Wirtschaftskraft der Stadt unverzichtbare Investitionsvorhaben. Denn Krise hin oder her: Der Containerverkehr wird weiter dramatisch zunehmen. Wasser- und Schienenwege müssen jetzt dafür fit gemacht werden.

Mannheimer Morgen
25. September 2009

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