Jun 30 2009
Verkehrszählung: Abriss ist nicht erforderlich
Die Staatliche Rhein-Neckar-Hafengesellschaft Mannheim mbH (HGM) plant bekanntlich den Abriss der Mühlauhubbrücke und der Teufelsbrücke sowie das Verschließen des Verbindungskanals mit einem Damm. Dies hat die HGM damit begründet, dass es bereits heute zu Verkehrsproblemen komme, die mit der geplanten Erweiterung des Containerterminals vergrößert würden. Deshalb solle die Mühlauhubbbrücke durch einen Damm ersetzt werden.
Die Initiative „Rettet die Teufelsbrücke“ hat eine Verkehrszählung durchgeführt, um die Begründung der HGM zu prüfen und ist hierbei zu dem Ergebnis gekommen, dass heute die behaupteten Verkehrsprobleme nicht erkennbar sind und es auch genügend Reserven für eine Erweiterung gibt. Die Zählung erfolgte am 17.06.2009 von 4.00 bis 22.00 Uhr durch Gerd Heidenreich, Ursel Risch und Nobert Herrmann (1. Vorsitzender des Bewohnerverein Jungbusch e. V.). Die Ergebnisse sind hier abrufbar.
Die Situation (Stadtplanausschnitt) stellt sich wie folgt dar: Die Lkw, die von Süden kommen und zum Containerterminal der Fa. Wincanton wollen, fahren über die Mühlauhubbrücke in die Werfthallenstraße. Kurz nach der Brücke zweigt die Rheinstraße nach rechts ab. Dort ist ein beschrankter Bahnübergang, der bei geschlossener Schranke zu einem Rückstau bis in die Werfthallenstraße führt. Die HGM begründet die Verkehrsproblematik mit Behinderungen durch die geöffnete Mühlauhubbrücke und durch Rückstau an der Bahnschranke in der Rheinstraße.
Zu der Mühlauhubbrücke ist zunächst festzustellen, dass diese nahezu ausschließlich für Schiffe geöffnet wird, die zur Fa. TBS in den Verbindungskanal einfahren. Bei 1 -2 Schiffen pro Woche sind dies dementsprechend 2 – 4 Öffnungen pro Woche und also zu vernachlässigen.
An der Bahnschranke in der Rheinstraße kommt es nach den Beobachtungen der Initiative auch nicht zu ernsthaften Verkehrsbehinderungen. Zwar ist bei geschlossener Schranke ein gewisser Rückstau vorhanden, aber dieser kann durch eine 140m lange Abbiegespur aufgefangen werden. Es ist zu beobachten, dass die meisten Fahrer, die in die Werfthallenstraße wollen, mit der Situation vertraut sind und sich bei einem Rückstau an der Bahnschranke nicht hinten anstellen, sondern an der Warteschlage vorbeifahren.
Außerdem wurden folgende Beobachtungen gemacht:
- Die meisten Pkw fahren Richtung Spatzenbrücke. Dies legt die Vermutung nahe, dass die Strecke als Umgehung des Parkrings genutzt wird.
- Viele Fahrschulen sind im Hafen unterwegs. Dies lässt auf eine eher ruhige, ungestörte Verkehrssituation und nicht auf eine chronische Überlastung schließen.
- Kurz nach der Mühlauhubbrücke befindet sich die Einfahrt der Fa. Wincanton für Lkw mit Leercontainern. Da der Platz auf dem Firmengelände offenbar nicht ausreichend ist, kommt es vor der Einfahrt zu Stauungen. Wenn also der Betreiber des Containerterminals einen Teil des Problems selbst verursacht, kann dies nicht als Argument für den Abriss von zwei Brücken dienen.
Die zuletzt genannte Problematik hat der Bewohnerverein Jungbusch e. V. bereits in einem offenen Brief an Herrn Oberbürgermeister Dr. Kurz dargestellt.
Nach diesen Feststellungen kommt die Initiative „Rettet die Teufelsbrücke“ zu dem Schluss, dass der Abriss der beiden Brücken aus Gründen des Verkehrs nicht erforderlich ist. Wir appellieren daher nochmals an die HGM, von den Planungen Abstand zu nehmen und keine Industriedenkmale zu zerstören.
Die von der Initiative beim Landtag eingereichte Petition ist noch nicht entschieden. Der Petitionsausschuss wartet immer noch auf Stellungnahmen der Landesregierung.
Für die Initiative „Rettet die Teufelsbrücke“
Frank Maaß
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